Wohnen

Teil 3: Qualität schafft Wohnkomfort – der Rohbau

Die Auswahl von nachhaltigen, ökologischen Baumaterialien ist von Anfang an wichtig. Bei der Errichtung des Rohbaus gibt es hier einiges zu beachten.

Wenn wir vom Rohbau sprechen, so umfasst dieser die Erstellung von Keller und Mauerwerk bis einschließlich der Dachkonstruktion, also eigentlich die äußere Kontur des Gebäudes. Je nach Anforderungen hinsichtlich der Wärme- und Schallschutzeigenschaften werden beim Rohbau Materialien wie Ziegel, Beton oder Massivholz verarbeitet. Jeder Bauherr weiß: Der Grundstein für einen erfolgreichen Hausbau sind hochwertige, nachhaltige Baustoffe. Als Häuslbauer sollte man sich nicht scheuen, einen Experten zu Rate zu ziehen, denn nicht jeder Baustoff ist für jedes Einsatzgebiet geeignet. Nur mit der passenden Qualität am richtigen Einsatzort wird ein optimales Ergebnis in Bezug auf Wärmedämmung und Statik erreicht. Qualität beim Rohbau ist deshalb auch besonders ausschlaggebend für die spätere Wohnqualität.

Ziegel vs. Beton

Das Mauerwerk aus Ziegel oder Beton zeichnet sich durch sehr guten Schall- und Brandschutz sowie gute temperatur- und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften aus. Doch wofür soll man sich entscheiden?
In Österreich ist der Ziegel der am häufigsten verwendete Mauerwerksstein beim Bau eines Einfamilienhauses. Der moderne Ziegelbau sorgt für perfektes Raumklima. Er ist idealer Wärmeschutz sowohl für Niedrigenergie- als auch für Passivhäuser. Einschalige Ziegelmauern sind hoch wärmedämmend und können ohne Zusatzdämmung auskommen, raten die Experten. Und im Sommer bietet ein Ziegelbau einen hervorragenden Schutz vor Überhitzung der Räume. Langfristig gesehen, ist aber auch das Bauen mit Beton eine gute Investition. Ein Haus aus Beton bietet guten Schallschutz – Straßenlärm bleibt draußen. Darüber hinaus schützt Beton auf natürliche Weise vor Brand und Feuchtigkeit. Beton speichert die Wärme im Winter, hält die Hitze in den warmen Monaten draußen und schafft so angenehmes Raumklima. Beton als Baustoff lässt auch individuelle Gestaltung des Hauses zu. Die einzelnen Teile wie Wände, Treppen, Dächer, Mauertafeln und Fassaden werden nach Wunsch im Werk vorgefertigt, direkt zur Baustelle geliefert und gleich verarbeitet.

Vorteile des Betonhauses:

– Langlebigkeit
– Angenehmes Raumklima
– Rasche Baufortschritte
– Betonteile sind vorgefertigt
– Kurze Bauzeit, daher geringe Baukosten
– Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
– Schlankere Wände als beim Ziegelbau
– Lange Instandhaltungsintervalle
– Hoher Brandschutz
– Gute Ökobilanz

Vorteile des Ziegelhauses:

– Wertbeständigkeit
– Natürlicher Baustoff
– Geringe sommerliche Erwärmung
– Stabil, fest und standsicher
– Hoher Brandschutz
– Behaglicher Temperaturausgleich
– Spätere Umbaumöglichkeit
– Frei von Schadstoffen
– Schafft angenehmes und gesundes Raumklima

Die richtige Wärmedämmung

In fast jedem Bauabschnitt zählen Wärmedämmung und Schallschutzdämmung zu den wichtigsten und zentralsten Themen. Egal, ob man das Dach, den Keller oder die Fassade dämmt, wichtig ist der Einsatz der richtigen Produkte und natürlich fachkundige Beratung im Vorfeld. Die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten sowie auch die Produktvielfalt sind beim Thema Dämmen bzw. Isolieren kaum überschaubar. Doch nur die Auswahl der richtigen Produkte garantiert zufriedenstellende Energieeinsparung. Für viele zukünftige Hausbesitzer spielt das ökologische Bewusstsein eine große Rolle. Daher gilt es darauf zu achten, dass alle Produkte die aktuellen Ö-Normen und Branchenstandards erfüllen. Dämmstoffe werden aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Dies spiegelt sich in der gebotenen Auswahl wieder: Expandierter Polystyrolschaum (EPS), extrudierter Polystyrolschaum (XPS), Stein- und Glaswolle, Naturdämmstoffe aus Schafwolle, Hanf, Flachs etc., Einblasdämmung (Zellulose, Mineralwolle), Holzfaserdämmung, Vakuumdämmung, Glasschaumschotter stehen zur Wahl.

Entwässerung

Das Thema Entwässerung beinhaltet mehr als die Abwasserentsorgung. Zuverlässige Entwässerungssysteme im Haus und auf dem Grundstück sind unverzichtbar, um den Wert des Eigenheims dauerhaft zu erhalten, unnötigen Schäden zu vermeiden und die Umwelt zu schützen. Die genaue Planung und Auswahl der richtigen Produkte ist dabei unumgänglich. Und weil es große Unterschiede bei Abwasserrohren gibt, gilt es auch hier darauf zu achten, dass sie den höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen. Bei der Auswahl der Rohre und Formstücke sollte vom Bauherrn nicht gespart werden. Hier empfiehlt es sich, den Rat von Experten einzuholen, um die genau zum Haus und zum Grundstück passende Lösung zu finden. Werden hier Fehler gemacht, so sind Wasserschäden am Haus die Folge.

Kosten des Rohbaus

Bei den meisten Neubauprojekten fällt die größte Summe für den Rohbau an, von den ersten Erdarbeiten bis zur Errichtung des Dachstuhls. Die folgenden setzen wir aus Vergleichsgründen oft in Bezug zu einer Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Die Bruttogeschossfläche stellt im Gegensatz zur eigentlichen Nutzfläche die Gesamtquadratmeterzahl eines Hauses dar, einschließlich der von Wänden und anderen baulichen Elementen verstellten Bereiche.

1. Baustelleneinrichtung und Sicherung: Für diese Position fallen ungefähr 2 Prozent der Rohbau- Gesamtkosten an, man rechnet hier mit durchschnittlich 25 Euro je Quadratmeter Bruttogeschossfläche.
2. Erdarbeiten: Etwa 3 Prozent der Rohbaukosten fließen in die anfallenden Erdarbeiten, die tatsächliche Summe orientiert sich sowohl an der Bodenbeschaffenheit als auch an der Menge des abzutragenden Bodenmaterials. Mit etwa 30 Euro je Quadratmeter Bruttogeschossfläche ist aber zu rechnen.
3. Tiefbau und Entwässerung: Knapp über 1 Prozent fallen für diese beiden Positionen an, je nachdem, was im konkreten Fall genau ansteht.
4. Maurerarbeiten: Bei einem Haus in Massivbauweise entstehen ungefähr 20 Prozent der Gesamtrohbaukosten im Zuge der Maurerarbeiten.
5. Betondecken einziehen: Das Einziehen der Betondecken schlägt mit ca. 15 Prozent der Gesamtkosten zu Buche, das sind etwa bis zu 150 Euro je Quadratmeter Bruttogeschossfläche.
6. Zimmermannsarbeiten: Bis zu etwa 10 Prozent der Rohbaukosten machen die Zimmermannsarbeiten aus, hinzu kommt noch das zu verbrauchende Material. Der Handwerkerlohn beläuft sich allein auf bis zu ca. 80 Euro je Quadratmeter Bruttogeschossfläche.
7. Dachlattung: Bei einem traditionellen Satteldach kommen dabei durchaus bis zu 20 Prozent der Gesamtrohbaukosten zusammen. Flachdächer sind erheblich günstiger, aber auch die Errichtung eines Pultdaches spart Kosten.
8. Treppenhaus: Auch das Treppenhaus ist im Rohbau üblicherweise mit enthalten, auch wenn dort vorerst nur eine einfache Bautreppe angebracht ist. Bis zu 800 Euro kostet der Quadratmeter Treppenfläche in etwa, eine günstige Treppe gibt es um die Hälfte.
9. Bauabdichtung: Ein äußerst wichtiger Posten ist die Bauabdichtung, die ungefähr 1 bis 3 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Darin ist auch das Dach inbegriffen. Die Dacheindeckung gehört, streng genommen, nicht mehr zum Rohbau dazu.
10. Die Dacheindeckung zählt offiziell nicht mehr zum Rohbau, wir führen die Kosten an dieser Stelle jedoch der Vollständigkeit halber hier an. Ungefähr 4 bis 8 Prozent der gesamten Baukosten entstehen, je nach Deckungsart, an dieser Stelle. Alle Prozent- und Euroangaben sind als reine Richtwerte zu verstehen, denn jeder Bauherr besitzt seine ganz eigenen Ansprüche und Prioritäten. Ein Preisvergleich lässt sich am besten durchführen, indem man die Kosten pro Quadratmeter Nutzfläche berechnet. Durchschnittlich liegen diese für ein Einfamilienhaus bei ungefähr 600 bis 700 Euro, bei Gebäuden mit höherem Standard kommen allerdings auch 800 Euro und mehr zusammen.

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