Moms only

Fernbeziehung: „Ich war viele Jahre Alleinerzieherin – aber wir haben das geschafft!“

Kommentar von Mag. Marietta Klenner

Mit der Geburt unseres ersten Kindes fing Gerald an, in Düsseldorf bei einer Unternehmensberatung zu arbeiten. Das war die erste längere Trennung, da ich mit Alexander erst ca. vier Monate später nachgezogen bin. Die nächsten Jahre war unsere Ehe dann eine Wochenendbeziehung. Nach der Geburt unserer Tochter zogen wir nach Texas. Auch da kam ich erst zwei Monate später nach. Nach knapp fünf Jahren in Texas und der Geburt unserer zwei jüngeren Söhne zogen wir dann wieder nach Wien. 2006 übernahm Gerald einen Job in Kanada. Geplant war dies für ein Jahr, und ich blieb in Wien. Nach einem Jahr übernahm er auch ein Südamerika-Geschäft. Damit lebten wir über viereinhalb Jahr komplett in einer Fernbeziehung und sahen uns nur alle sechs Wochen. Wir beide wollten immer eine große Familie. Und unter den Umständen war klar, dass die Erziehung der Kinder in meiner Hand lag. Ich pflegte, zu sagen: „Ich bin alleinerziehend ohne Geldsorgen.“ Trotzdem habe ich in diesen Jahren auch mein Kunstgeschichtestudium abgeschlossen. Natürlich waren wir von der Aussicht auf eine Trennung nie begeistert, aber da wir beide eher pragmatisch und nicht sonderlich sentimental sind, haben wir es akzeptiert. Wir hatten einen regen E-Mail-Austausch und am Wochenende fixe Telefonzeiten.

Als Gerald dann nach Wien zurückkehrte, gingen wir die ersten Monate so vorsichtig liebevoll, nachsichtig und betont rücksichtsvoll miteinander um wie nie zuvor in unserer Ehe.

Mag. Marietta Klenner, Ehepartner Dr. Gerald Klenner, Kinder: Alexander, Marie-Sophie, Niklas, Constantin

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Treue war bei uns nie ein Thema. Entweder man hat wirkliches, tiefes Vertrauen zueinander oder man sollte es gleich bleibenlassen. Und Eifersucht ist sowieso eine Eigenschaft, mit der wir beide gar nichts anfangen können. Den Kindern habe ich immer sehr viel von ihrem Papi erzählt, und sie hatten auch ihre Skype-Zeiten mit ihm. Wenn er dann nach Wien kam, haben wir die Wochenenden richtiggehend zelebriert, ohne sie mit zu vielen Unternehmungen zuzupflastern. Diese Zeit war für uns als Familie und für Gerald als Vater reserviert – aber völlig stressfrei. Das hat dann dazu geführt, dass einer der jüngeren einmal zu mir gesagt hat: „Weißt Du, Mami, wir haben Dich ja ganz besonders lieb, aber Papi ist schon viel lustiger.“ Als Gerald dann nach Wien zurückkehrte, gingen wir die ersten Monate so vorsichtig liebevoll, nachsichtig und betont rücksichtsvoll miteinander um wie nie zuvor in unserer Ehe. Jetzt leben wir zusammen und sind nach wie vor sehr glücklich.

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