Freizeit

Auf der Piste zu Hause

Während andere Kinder noch das Laufen übten, stand Julian Eibl schon auf den Skiern, mit vier Jahren fuhr er sein erstes Rennen in der Ortsmeisterschaft, mit sechs Jahren beim Bezirkscup. Die Begeisterung für den Skisport liegt in der Familie.

„Wir haben in der Nähe vom Skilift gewohnt, und ich bin früher fast jeden Tag mit ihm auf den Berg gefahren, weil ich gemerkt habe, dass er irrsinnigen Spaß dabei hat. Wir wollten ihn eigentlich im Skikurs anmelden, aber er konnte mit zwei Jahren schon alleine fahren“, erinnert sich Alexandra Eibl heute lachend an die Karriereanfänge ihres Sohnes.

Skifahren ist die große Leidenschaft der Familie. Vater Martin Eibl ist Sektionsleiter im Skiclub, und auch die achtjährige Tochter bestreitet schon ihre ersten Rennen. Praktisch auf der Piste aufgewachsen, ist Skifahren  für Julian heute schon fast mehr als ein Hobby. Dreitägige Kadertrainings an den Wochenenden sowie Krafttraining unter der Woche gehören für ihn ebenso zur Normalität wie das vorbereitende Ausdauertraining im Sommer.

Vorbild Marcel Hirscher

Mit Marcel Hirscher hat der Nachwuchs im Salzburger Landesskiverband ein großes Vorbild. Davon, auch so weit zu kommen, träumen viele, auch wenn der Weg dahin alles andere als einfach ist. Wer in Österreich im Skisport erfolgreich sein will, muss früh Leistung bringen, seine Erfolge messen lassen und Entbehrungen in Kauf nehmen, wie auch Vater Markus Eibl anmerkt: „Der Salzburger Landesverband gibt im Prinzip die Intensität vor, und die Kinder müssen bei bestimmten Kursen teilnehmen. Nach jeder Saison gibt es eine neue Kaderzusammensetzung, und das ist schon ein ziemlicher Druck.“ Nicht zuletzt wegen des ohnehin intensiven Trainings haben sich die Eltern gegen eine Skihauptschule oder ein Skigymnasium entschieden, „um den Spaß zu erhalten und ihm alle Wege offenzuhalten“. Neben dem Skitraining hat der sportliche Zwölfjährige aber auch für sein Alter ganz gewöhnliche „Lieblingssportarten“: PlayStation spielen steht ganz oben auf der Liste, außerdem ist er auch im Fußball aktiv.

Skifahren im Juli

Wenn andere Kinder in den Sommerferien von Sonne, Strand und Meer träumen, ist Julians Highlight dennoch der Start der Wintersaison: „Am besten gefällt mir das Wintertraining, wenn man das erste Mal wieder auf den Skiern steht. Das war bei uns Ende Juli, Anfang August, da waren wir in einer Skihalle. Wenn man sich erst wieder daran gewöhnen muss und das richtige Material finden muss, ist das schon spannend.“ Die Gewöhnungsphase hat er für heuer schon hinter sich, die aktuelle Saison steht kurz bevor. Für die nahe Zukunft bleibt der Wunsch, „im Rennsport weit zu kommen, zuerst in den Weltcup und, wenn das klappt, natürlich noch mehr“.

„Wenn es ihm Spaß macht, unterstützen wir das so lange wie möglich.“

„Wenn wir vom Skiclub aus trainieren, dann ist die ganze Familie im Auto.“

Alexandra Eibl

Zitatzeichen

Die Skibegeisterung liegt bei Ihnen in der Familie, was heißt das für die Freizeitgestaltung?
Alexandra Eibl: Wenn wir vom Skiclub aus trainieren, dann ist die ganze Familie im Auto. Für uns stand aber von Anfang an der Spaß im Vordergrund. Solange es ihm Spaß macht, unterstützen wir das zu hundert Prozent.
Das Training wird mit dem Alter immer intensiver, inwiefern merken Sie das auch?
Markus Eibl: Das Training wird definitiv intensiver und es wird auch mehr vorgegeben, es gibt spezifische Kadertrainings. Speziell als Familie, aber auch als Verein muss man sich da schon danach richten. Man merkt auch die Professionalität. Es werden auch die Sommertrainings durchgezogen, da machen sie auch Konditionstrainings, Radfahren, Downhill, Schwimmen, aber auch mit Leistungstests, wo gewisse Werte erreicht werden müssen.
Wie wirkt sich das auf Julian aus?
Als das Kadertraining losgegangen ist, war das schon eine Änderung. Die Burschen sind zwei oder drei Tage auf sich selbst gestellt, und das ist ein großer Schritt hin zum Erwachsenwerden. Aber ich muss sagen, sie helfen sich gegenseitig und sind ein super Team. Mir kommt vor, das ist wie eine kleine Familie. Man kann nur hoffen, dass das so bleibt und nicht der Ehrgeiz oder der Neid etwas zerstört.
Wo gibt es vielleicht Grenzen den Skisport betreffend?
Markus Eibl: Wir sehen das so: Wir wollen das Skifahren nicht auf Biegen und Brechen forcieren. Julian geht nicht in eine Skihauptschule, da ist er, glaube ich, einer der wenigen in seinem Jahrgang. Er geht in ein normales Sportgymnasium, weil er dort mehrere Sportarten ausüben kann. Er spielt auch begeistert Fußball und ist auch vierfacher Meister bei den Nestlé-Schulläufen. Man muss sich sicherlich auf irgendwas konzentrieren, aber wir versuchen das noch etwas hinauszuzögern.

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