Freizeit

Almwandern: Neue Verhaltensregeln beachten

Ministerin Köstinger, WKÖ-Vizepräs. Schultz, LKÖ-Präsident Moosbrugger und Alpenvereins-Präsident Ermacora präsentieren Verhaltensregeln für Almwanderer.

Kind und Kuh, Almwandern

„Rechtszeitig vor Beginn der Alm-Saison setzen wir Maßnahmen für ein gutes und sicheres Miteinander auf Österreichs Almen und Weiden um“, so Nachhaltigkeits- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Gemeinsam mit WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz, LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger und Alpenvereins-Präsident Andreas Ermacora präsentierte sie Mitte April die Ergebnisse des „Aktionsplan für sichere Almen“ der Bundesregierung. Dazu gehören: Eine Gesetzesänderung im ABGB, „10 Verhaltensregeln für Alm-Besucher“ und ein „Standard für die Alm- und Weidewirtschaft“. Damit gibt es allgemein gültige Regeln für das Almwandern.

Eigenverantwortung der Alm-Besucher

Der tragische Zwischenfall mit einer Kuh und das Urteil am Landesgericht Innsbruck haben zu großer Verunsicherung bei Bauern und Alm-Besuchern geführt. „Bisher wurden bei Zwischenfällen die Tierhalter rechtlich stark in die Verantwortung genommen. Doch wenn man sich in der Natur bewegt, muss auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung an den Tag gelegt werden. Darum haben wir gemeinsam mit der Branche ‚10 Verhaltensregeln für Alm-Besucher‘ erarbeitet. Sie erklären, wie man sich richtig verhält, wenn man Weidetieren begegnet“, betont Köstinger und verweist darauf, dass es damit erstmals bundesweit einheitliche Regeln für Touristen gibt. Weiters hat die Bundesregierung eine Gesetzesänderung in Begutachtung geschickt, die einen neuen Absatz im ABGB enthält, mit dem das Haftungsrecht geändert wird. „Auch gesetzlich wird die Eigenverantwortung der Alm-Besucher festgeschrieben, gleichzeitig schaffen wir Rechtssicherheit für unsere Bauern. Damit gibt es klare Regeln des Miteinanders, auf die sich Behörden und Gerichte künftig direkt beziehen können“, so Köstinger.

10 Verhaltensregeln für Almbesucher/innen
Diese 10 Regeln sollte jeder Wanderer kennen.

Almen als Wirtschafts-, Erholungs- und Naturraum absichern

„Der Landwirtschaft ist ein sicheres Neben- und Miteinander aller Beteiligten enorm wichtig. Ziel der neuen Regelung war es, dass unsere Gäste ihre Zeit genießen und die Bäuerinnen und Bauern auf den rund 8.000 heimischen Almen ihrer Tätigkeit in gewohnter Art und Weise nachgehen können“, stellte der Präsident der LK Österreich, Josef Moosbrugger, fest. Und weiter: „Alle vier Punkte dieses Vorsorgepakets befinden sich in Umsetzung oder sind gar schon erledigt. Die ABGB-Änderung ist in Begutachtung, die Verhaltensregeln mit klaren Leitlinien für die Gäste liegen vor, der Standard für Tierhalter ist bereits bei den Bäuerinnen und Bauern eingelangt und die Versicherungslösungen wurden evaluiert.“ Moosbrugger ergänzt: „Es ist äußerst wichtig, dass es mit dem Almpaket und seiner sofortigen Umsetzung gelungen ist, unsere Almen und Weiden als Wirtschafts-, Erholungs-, Lebens-, Natur- und Kulturräume für ganz Österreich und unsere Gäste abzusichern. Mit diesen Vorkehrungen und Leitlinien können sowohl Almbauern als auch Gäste mit einem guten Gefühl in die neue Saison starten.“

Faires Miteinander von Landwirtschaft und Tourismus

„Durch die rasche Initiative der Bundesregierung ist auch zukünftig die Bewegungsfreiheit in der Natur, die den Tourismusstandort Österreich weltweit für Touristen so attraktiv macht, sowie ein positives und faires Miteinander von Landwirtschaft und Tourismus sichergestellt“, so WKO-Vizepräsidentin Martha Schultz. „Der Aktionsplan wird das Miteinander ebenso stärken, wie die Eigenverantwortung, die alle Besucher unserer Naturlandschaften tragen. Die traditionelle Gastfreundschaft, hervorragende Kulinarik und einzigartige Natur sind besondere Alleinstellungsmerkmale der Urlaubsdestination Österreich. Die Verhaltensregeln auf Almen und Weiden leisten einen wichtigen Beitrag, damit dies auch in Zukunft so bleibt.“

Almen müssen frei zugänglich bleiben

Alpenvereins-Präsident Andreas Ermacora hielt fest: „Berge und Almen müssen für die österreichische Bevölkerung und für unsere Touristen weiterhin frei betretbar bleiben. Der Ruf nach Sperren ist kontraproduktiv. Aufklärung und Eigenverantwortung sollten vermehrt in den Mittelpunkt gestellt werden.“

Um über richtiges Verhalten auf Österreichs Almen und Weiden zu informieren, stehen auf der Homepage www.sichere-almen.at alle Informationen für Besucher und Betriebe zur Verfügung: Folder, Infoblatt mit den 10 Verhaltensregeln, Infoblatt „Standard für Alm-Wirtschaft“, Erklärvideo, Hinweistafeln.

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